Immobilien energetisch modernisieren
Bei der Bundesregierung heißt es im Internet: “Wer sein Haus energetisch saniert oder energetisch baut, wird vom Staat finanziell unterstützt”. Im Klartext bedeutet das, die staatliche Förderbank KfW gewährt Eigenheimbesitzern unter bestimmten Voraussetzungen günstige Darlehen für teilweise oder komplette Sanierungen von Wohnungen und Häusern. Seit dem 01.03.2011 gibt es für die Komplettsanierung einer Immobilie einen Maximalzuschuss von 17,5 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, begrenzt pro Wohnung aber auf 13.125 Euro. Oder aber einen Kredit über 100 % der genannten Kosten inklusive Nebenkosten. Auch hier wieder auf eine Maximalsumme von 75.000 Euro begrenzt. Ein Bausachverständiger ist in jedem Falle Pflicht. Vor und nach den Baumaßnahmen muss dieser die ordnungsgemäße Durchführung dokumentieren. Dieser Aufwand wird mit weiteren 2000 Euro gefördert.
Vorteilhaft ist eine energetische Sanierung der Immobilie in jedem Fall. Nicht nur eine Einsparung der Energiekosten bis zu 50 % kann auf diesem Wege erreicht werden. Auch die Eintragungen im sogenannten Energieausweis, der laut Energieeinsparverordnung (EnEV2009, Nachfolger der Wärmeschutzverordnung von 1977) jedem potenziellen Käufer, Mieter, Pächter oder Leasingnehmer zugänglich zu machen ist, sehen wesentlich günstiger aus und werten das ganze Gebäude zusätzlich auf.
Der größte Verlust an Wärmeenergie tritt meist an Dach und Fenstern auf. Aber auch Außenwände und Kellerdecke lassen häufig teuer erzeugte Wärme fast ohne Gegenwehr passieren und somit wirkungslos verpuffen. Dauerhaftes und erhöhtes Nachheizen ist die Folge.
Ein weiterer Kostenfaktor und sanierbarer Posten ist die Wärmeerzeugung an sich. Die Heizungsanlage birgt in der Regel hohes Potenzial für Verbesserungen. Ein zweistöckiges Einfamilienhaus beispielsweise, welches mit dreifach isolierter Wärmeschutzverglasung statt Standardfenstern, zusätzlicher Wärmepumpe inklusive Erdsonde, gedämmter Kellerdecke mit kompletter Fassade und Solarthermie für Brauchwassernutzung saniert wurde, spart in den folgenden 25 Jahren Heizkosten in Höhe von stolzen 190.000 Euro. Dem gegenüber stehen Investitionen inklusive Zinsen von ca. 100.000 Euro. Finanziell amortisiert hat sich der Aufwand rechnerisch bereits nach ca. 16 Jahren. Zusätzlich wären noch weitere Maßnahmen möglich gewesen. Pelletheizung, Solarzellen für eigene Stromerzeugung oder Dachisolierung sind nur drei weitere Sparkandidaten.
Umweltpolitisch beginnen die Vorteile bereits ab dem ersten Tag nach der Sanierung zu greifen. Die Immobilie benötigt weniger Energie um beheizt zu werden und die Herstellung ist auch umweltfreundlicher. Doppelter Nutzen für Eigentümer und Mieter.

6. Juli 2011 






